Lehrformat

Ein Semester künstlerische Forschung

Ein Semester lang erprobten Studierende dreier Hochschulen gemeinsam künstlerische Forschungsmethoden – hier ein Einblick in Ablauf, Formate und Prozess.

Der Semesterverlauf

  1. April 2026 — Kick-off. Die Studierenden aller drei Hochschulen treffen sich zum gemeinsamen Semesterauftakt.
  2. 6. Mai 2026 — de:colonial monuments lab-Tag. Blockveranstaltung im City Science Lab und im Urbaneo mit drei parallelen Workshops.
  3. Mai bis Juni 2026 — Recherche und Gruppenbildung. Recherche vor Ort, interdisziplinäre Gruppen, Entwicklung der eigenen Forschungsprojekte.
  4. Juni 2026 — Zwischenpräsentationen. Die Ergebnisse werden an gemeinsamen Terminen vorgestellt und diskutiert.
  5. 25. Juli 2026 — Abschluss. Alle Projekte münden in den performativen Walk im Rahmen des KLIMASTRÖME Festivals auf der MS Stubnitz.
  6. August und September 2026 — Evaluation und Dokumentation des gesamten Prozesses.

de:colonial monuments lab-Tag

Am 6. Mai kamen die Studierenden aller drei Hochschulen zu einer gemeinsamen Blockveranstaltung zusammen – im Zentrum stand die künstlerische Praxis. In drei parallelen Workshops erprobten sie eigene Zugänge zu Erinnerungskultur und Dekolonisierung: In „What the Body Learns in the Dark“ stellte David Odiase sinnliche Wahrnehmung und verkörpertes Wissen in den Mittelpunkt. In „Counter Movements“ führte Razan Sabbagh die Teilnehmenden mit künstlerischen Interventionen durch die HafenCity. Und im Workshop „Fälschen erlaubt – Lücken lesen, Verschwiegenes schreiben als kollektive Erinnerungskultur“ entwickelte Kervin Saint Pere Huarcaya gemeinsam mit den Studierenden kolonialkritische Alternativtexte zu Hamburger Kulturdenkmaltafeln.

Eingerahmt wurde der Tag von einer Spoken-Word-Performance David Odiases sowie einem Gespräch mit Sonia Octavio, Kervin Saint Pere Huarcaya und Dr. Jonas Prinzleve über aktuelle Projekte und Debatten rund um die Dekolonisierung Hamburgs, moderiert von den Kulturmanagement-Studierenden Martha Prokop und Klara Lübkert.

Über den gesamten Tag hinweg entstanden Begegnungen, Diskussionen und neue Verbindungen zwischen Studierenden der drei Hochschulen. Die künstlerischen Impulse aus den Workshops flossen so direkt in die weiteren Forschungsprojekte des de:colonial monuments lab sowie in die eigene künstlerische und wissenschaftliche Arbeit der Teilnehmenden ein.

Workshopleitende

David Odiase (er/ihm) (Performance Artist) ist ein transdisziplinärer Dichter und Mitglied des African Narrative Collective. Seine Praxis bewegt sich zwischen Poesie, Performance, Film, Installation, indigenen Technologien und spekulativen Methodologien. Sein Werk setzt sich kritisch mit Afrikas verflochtenen Geschichten, Wissensformen und kulturellen Vorstellungswelten auseinander und sucht dabei, hegemoniale Erzählungen aufzubrechen und angestammte Wissenssysteme als Werkzeuge für ein „Reworlding" in den Vordergrund zu rücken.

Razan Sabbagh (sie/ihr) (Performerin) ist eine bildende und Performance-Künstlerin, die sich in ihrer Arbeit mit Fragen sozialpolitischer Machtstrukturen auseinandersetzt. In ihren Arbeiten – darunter Performance, Installation, Text, Klang und partizipative Formate – schafft sie Räume, die Machtverhältnisse und gesellschaftliche Dynamiken erfahrbar machen. Ihre Projekte entstehen häufig in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Communities und sind als temporäre Räume des Zuhörens und der gemeinsamen Handlung angelegt. Ihre Arbeiten wurden u. a. in der Kunsthalle Bremen, bei Kampnagel und im Thalia Theater Hamburg gezeigt sowie international im Sharjah Art Museum, am Goethe-Institut Paris, bei Casino Display in Luxemburg und im Simian in Kopenhagen. 2024 erhielt sie den Artist Training Prize der UdK Berlin, 2025 das ZEIT-Stipendium.

Kervin Saint Pere Huarcaya (er/ihm) (Künstler, *1991 in Lima, Peru) ist ein peruanischer Künstler und Forscher indigener Herkunft, der an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst und dekolonialer Wissensproduktion arbeitet. Er studierte Zeitbezogene Medien an der HFBK Hamburg, Kunst und Digitale Medien an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Seine Praxis konzentriert sich auf dekoloniale Denk- und Bildpraktiken, die sich kritisch mit Archivmaterialien, ethnologischen Museen und kolonialen Spuren im öffentlichen Raum auseinandersetzen – ausgehend von Aby Warburgs Theorien entwickelt er das Konzept des „Nachlebens des Kolonialismus". Seine Arbeiten wurden u. a. mit dem Ursula-Schneider-Preis (2022), dem RUNDGANG 50HERTZ-Preis in Kooperation mit dem Hamburger Bahnhof (2023) und dem Kaleidoskop-Preis von Kampnagel (2024) ausgezeichnet und waren unter anderem im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zu sehen.

Eindrücke vom lab-Tag

de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 1 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 2 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 3 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 4 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 5 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 6 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 7 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 8 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 9 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 10 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 11 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 12 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 13 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 14 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 15 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 16 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 17 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 18 von 22, Kajan Luc / Vera Heimisch de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 19 von 22, Sebastian H. Ziemann de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 20 von 22, Sebastian H. Ziemann de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 21 von 22, Sebastian H. Ziemann de:colonial monuments lab-Tag am 6. Mai 2026 — Foto 22 von 22, Sebastian H. Ziemann